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Medienkunst

Schatzsuche

Landschaften und Mythologie der Saami
und deren künstlerische Umsetzung durch neue Medien

Gaby Schulze

Schatz gefunden! Auf der Fährte von Schulzes Kunstspur
Nach der Begegnung mit geheimnisvollen Findlingen im Norden Skandinaviens experimentiert die Künstlerin mit deren Umsetzung in eine künstlerische Form. Fasziniert von den mit diesen Felssteinen oft verbundenen Mythen der Saami will sie auf diese Weise eine sonst dem bloßen Auge verborgene Welt sinnlich erfassen und emotional wahrnehmbar machen.

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Alles begann mit dem Fund einer Blechbüchse. Sie war abgelegt unter einem Baum am Eingang des Naturschutzgebietes Sarek in Schweden, der wohl letzten „Wildnis Europas“. Weil sie so sorgfältig mit einem flachen Stein halb abgedeckt war, erregte sie die Neugier des Finders. Es handelte sich um einen Schatzfund. In der Dose war eine Geocachingmarke mit der Prägung „Grüße aus dem Elbsandsteingebirge“ und weiteren Herkunftsangaben verborgen.

Dieser Geocaching-Fund inspirierte die Bildhauerin Gaby Schulze zu eigener Fährtenlegung. Im  Verlauf  einiger Reisen schuf die Künstlerin mehr als neun Kunststeine in der Wildnis Lapplands. Will man dieser Fährte auf der so hinterlassenen Kunstspur folgen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder man findet sie per Zufall in den Weiten Skandinaviens vor Ort oder man kann sie mit Hilfe der Koordinaten im Katalog in Verbindung mit Google Map und GPS verfolgen. Für dieses Vorhaben fand die Künstlerin in der Natur des Nordens geheimnisvolle Felssteine. Es galt den Zauber des Ortes mit eigenen Zeichnungen grafisch zu erfassen und die umgebende Vegetation von Moosen und Flechten als Muster in vorbereitete Metallplatten einzugravieren, die dann in jene magischen Steine eingelassen wurden. Hier entsteht die Verbindung zu den hier lebenden Saami, zu ihrer Kultur und ihren Mythen. Denn die Saami opferten an auffällig geformten Steinen, den Siejdde oder Sieidi, die als heilige Opferplätze galten. Es wurde mit Opfergaben wie Fisch, Rentierhorn, Knochen oder Blut, um Glück beim Fischen oder bei der Jagd oder darum, dass es einem gut gehen solle, gebeten.

Ähnliche Findlinge kennt die Künstlerin auch von heimatlichen Regionen Deutschlands. In ihren Gedanken verfolgt sie nicht nur ihre Reise zurück, die von den Gletschern der Eiszeit aus dem Norden mitgebracht worden sind, sondern sie ist auch selbst deren Weg gegangen, indem sie mehrere Forschungsreisen durch Skandinavien und Grönland unternahm und bei ihren Arbeiten von den Traditionen und Mythen der dort lebenden Saami und Inuit erfuhr.

Vollständiger Text und Fotos          
www.gabyschulze.de/wp