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Virtuelle Ausstellung  |  Januar 2018

Die Saami in Schweden – ein Volk im hohen Norden Europas

Die Saami leben in ihrem Heimatland Sápmi, welches sich über ein weites Gebiet erstreckt – über die gesamte nördliche Halbinsel Skandinaviens von Mittelschweden und Norwegen über Finnland bis in den Nordwesten Russlands. Von ihren zehn Sprachen hat das Nord-Saamische mit ungefähr 20.000 die meisten Sprecher. Der enge Kontakt mit anderen Völkern des Nordens in deren jeweiligen Nationalstaaten Norwegen, Schweden, Finnland und Russland hat zu einer deutlichen Bedrohung vieler traditioneller Lebensbereiche der Saami geführt. Das betrifft vor allem auch die saamischen Sprachen. So sprechen zwar alle Saami die jeweilige Landessprache fließend, aber häufig nicht mehr die eigene saamische Sprache ihrer Familie.

In frühen Missionarsberichten aus dem 17. und 18. Jahrhundert werden Weltbilder der Saami und ihre rituellen Praktiken, wie auch der Gebrauch der Schamanentrommel, ausführlich beschrieben. Die Mythologie der Saami inspiriert viele Künstler zu bedeutenden Kunstwerken.

Seit Urzeiten lebten die Saami von der Jagd und vom Sammeln sowie in größerem Maße auch vom Fischfang an den vielen Seen und Küsten des Nordens. Während der letzten Jahrhunderte hat sich die Rentierhaltung zu ihrer besonderen Lebensgrundlage entwickelt, mit der auch die Saami in Schweden üblicherweise in Verbindung gebracht werden. Allerdings ist heutzutage nur noch ein geringer Anteil der Saami in der Rentierhaltung tätig. Neben Vorteilen, welche moderne von außen übernommene Technologien mit sich brachten, gibt es allerdings auch neue Herausforderungen, zum Beispiel offensichtliche Folgen des Klimawandels für die Rentierhaltung.

Politische Entwicklungen von außen waren für die Saami in der Vergangenheit mitunter problematisch. Der zur Zeit relativ positive Trend im Hinblick auf den Status und die Rolle von Sápmi innerhalb der skandinavischen Nationalstaaten dürfte sich jedoch in Zukunft vorteilhaft erweisen. So wären neue Entwicklungspotentiale besser gegen möglicherweise langfristige Risiken abzuwägen, die sich für die Kultur und die Lebensgrundlagen der Saami abträglich erweisen könnten.

Lang andauernde politische und kulturelle Dominanz des schwedischen Staats hat einige saamische Sprachen nahzu zum Verschwinden gebracht. Allerdings haben sich Einstellungen im Hinblick auf Multilingualismus und Multikulturalismus in den letzten Jahren verbessert. Folglich gibt es zur Zeit eine Reihe von Maßnahmen um den Erhalt dieser Sprachen zu unterstützen, welche in dem Artikel Documentary Linguistics and Oral History Research näher ausgeführt werden. Ein besonderes Beispiel ist die umfassende digitale Sprachdokumentation für das Pite-Saamische. Darüber hinaus sammelten Sprecher des Pite-Saamischen eine Wortliste, welche als Wörterbuch mit einem orthografischen Standard (Aussprachesystem) im Jahr 2016 veröffentlich wurde. Die Orthografie ist auch auf Schwedisch online abrufbar.



Landschaften mit Rentieren im Winter

Am Hornavan See in der Nähe von Arjeplog/Schweden 
und in Lønsdal in der Nähe von Storjord/Norwegen

Joshua Wilbur

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Identifizierung von Rentieren
Pite Saami, in der Nähe von Arjeplog
mit Anders-Erling Fjällås
Joshua Wilbur

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Copyright 2010 J. Wilbur, Anders Erling Fjällås and the Endangered Languages Documentation Programme, in the Endangered Languages Archive (https://elar.soas.ac.uk/Collection/MPI201072), SOAS University of London
Interview zum Klimawandel
Pite Saami, Arjeplog
mit Anders
-Erling Fjällås
Joshua Wilbur

» Film
Copyright 2015 J. Wilbur, Anders Erling Fjällås and the Endangered Languages Documentation Programme, in the Endangered Languages Archive (https://elar.soas.ac.uk/Collection/MPI201072), SOAS University of London
Schatzsuche

Landschaften und Mythologie der Saami 
und deren künstlerische Umsetzung

Gaby Schulze

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