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Diskurse zur Zeitgeschichte und kultureller Vielfalt

Dieser Themenschwerpunkt entwickelte sich aus Veranstaltungen, die auf Anregung von Ulrich Kasten zum Thema Gedenken und Erinnern an Frauen des Konzentrationslagers Ravensbrück durchgeführt wurden. Hierzu richtet die Kulturstiftung Sibirien seit 2015 Zusammenkünfte mit Überlebenden und deren Nachkommen aus Schweden, Frankreich und von der Krim aus. Diese wichtigen Diskurse werden vertieft durch die Dokumentation ihrer Lebensgeschichten und deren – zunächst elektronische – Publikation im Verlag der Kulturstiftung Sibirien.

Dokumentations- und Interviewtechniken zu Lebensgeschichten von französischen Zwangsarbeitern zur NS-Zeit und von Überlebenden deutscher Konzentrationslager wurden während eines Workshops am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) in Dezember 2015 aus linguistischer Sicht diskutiert. (Siehe die Beiträge von Annette Gerstenberg und Cord Pagenstecher / Stefan Pfänder.)

Im Juni 2017 nahm Ulrich Kasten an dem Projekt „Vergessener Ort, vergessene Lagerschicksale“ von Künstlern und Künstlerinnen des Theaterbündnis Blumenstrauß e.V. (Berlin) auf dem Gelände des ehemaligen NS-„Jugendschutzlager Uckermark“ (Jugend-KZ Uckermark) teil, welches dieses Thema in einer Performance künstlerisch darstellt und interpretiert. Ähnliche Initiativen wie Projekttage an Schulen suchen nach neuen Wegen der Vermittlung dieser Thematik vor allem auch an jüngere Generationen.

Weitere Projekte zu Lebenswegen von Menschen unter Bedingungen von Deportation oder erzwungener Migration sind geplant zu Lebenserinnerungen und Erzählungen von Geflüchteten aus heutigen Krisengebieten. Im Fall von Geflüchteten in Fürstenberg soll dies in Verbindung mit Unterstützung ihres deutschen Spracherwerbs erfolgen.

In Vorbereitung sind ebenfalls Diskurse zu Politik und Ethnizität in Russland.