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Erich Kasten

Dr. phil.
Wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer

Kulturstiftung Sibirien gemeinnützige GmbH
http://www.kulturstiftung-sibirien.de
Uferweg 4, 16798 Fürstenberg/Havel
Tel.
++4933093-60671 • Fax ++49.30263917303637
kasten@kulturstiftung-sibirien.de
 
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Curriculum vitae      

Erich Kasten, geboren 1949 in Münster/Westf., studierte zunächst Volkswirtschaft an der FU Berlin, wo er 1984 in den Fächern Ethnologie, Altamerikanistik und Skandinavistik mit  „summa cum laude“ zum Dr. phil. promovierte. Seine Dissertation behandelte kulturelle Dynamiken bei samischen Rentierhaltern in Nordskandinavien. Ein anschließendes DFG-Stipendium führte ihn zu den Indianern an der Nordwestküste Kanadas, wo er vor allem deren Zeremonialwesen untersuchte. Aus der Zusammenarbeit mit dortigen Künstlern entwickelte er seine Ausstellung „Maskentänze der Kwakiutl“, die 1989/90 im Ethnologischen Museum in Berlin gezeigt wurde.

Die politischen Veränderungen und neuen Forschungsmöglichkeiten jener Jahre veranlassten E. Kasten, seine Arbeiten zu Völkern und Kulturen des Nordens in Sibirien fortzuführen. Nach russischen Sprachstudien in St. Petersburg untersuchte er ab 1993 in einem ersten – von der DFG geförderten – Forschungsprojekt in Kamtschatka dortige Ethnizitätsprozesse. Daraus entwickelte sich eine Dokumentation zu nahezu allen Kulturbereichen der dort lebenden indigenen Völker (Itelmenen, Evenen und Korjaken). Von 1989 bis 1998 war E. Kasten außerdem als Lehrbeauftragter an der FU Berlin tätig und führte Ausstellungsprojekte durch. Von 2000 bis 2002 war er Koordinator der neu eingerichteten Sibiriengruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/Saale, wo er neben Feldforschungen zu sozioökonomischen postsozialistischen Transformationen in Sibirien eine Reihe von internationalen Konferenzen durchführte.  2003-2004 leitete E. Kasten ein
UNESCO-Projekt zur Dokumentation von indigenem Wissen im Hinblick auf dauerhafte Naturnutzung auf Kamtschatka. Während einer DFG-geförderten Tätigkeit am Ethnologischen Museum Berlin vertiefte er seine Kenntnisse auf dem Gebiet des Erhalts von Kunst- und Handwerkstraditionen sibirischer Völker. Gleichzeitig untersuchte E. Kasten Gesangs- und Tanztraditionen der Völker Kamtschatkas, für deren Ensembles er Gastspiele in Europa organisierte. Ergebnisse seiner breit gefächerten ethnologischen Forschungen mündeten schließlich in die von ihm von 2007 bis 2009 kuratierte deutsch-russische Ausstellung „Schamanen Sibiriens“ im Linden-Museum Stuttgart.

Von Anfang an hat E. Kasten wissenschaftliche Forschungen mit praktischen Anwendungen des von ihm dokumentierten indigenen Wissens verknüpft.
2010 gründete er die Kulturstiftung Sibirien, mit der er seine Erfahrungen und Zielsetzungen zum Erhalt von bedrohtem Kulturerbe und kultureller Vielfalt noch wirkungsvoller umsetzen kann. Neben eigenen Publikationen rückt dabei auch die Verlagsarbeit mehr in den Vordergrund. Auf der Grundlage von Filmaufzeichnungen erstellt er in Zusammenarbeit mit einheimischen Experten u.a. multimedial gestützte Lernmaterialien in den jeweiligen indigenen Sprachen. Aus den jährlich wechselnden und durch Workshops vertieften Themensetzungen der Kulturstiftung Sibirien ergeben sich Publikationen, die den angestrebten interdisziplinären und interkulturellen Diskurs widerspiegeln. Neben der Beteiligung an internationalen Forschungsprojekten sieht E. Kasten eine besondere Herausforderung in der Umsetzung seiner Forschungsergebnisse für wichtige Belange indigener Gemeinschaften.