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Itelmen Talking Dictionary

Herausgeber: Michael Dürr und Erich Kasten

Englische Version (sprachwissenschaftlich transkribiert)
Russische Version (kyrillisch transkribiert)

Das hier online bereitgestellte elektronische Wörterbuch des Itelmenischen umfasst etwa 550 Einträge und 100 Beispielsätze und dient Lern- und Forschungszwecken. Die russische Ausgabe richtet sich dabei besonders an Schulen und Interessierte in Kamtschatka, damit diese wertvollen Tondokumente der wohl letzten Sprechergenerationen des Itelmenischen dort auf einfachem Weg genutzt werden können.

Die Sprachdaten wurden 1993-1997 von Erich Kasten gemeinsam mit einheimischen Experten gesammelt und aufbereitet. Sie liegen bereits als Buch („Historisch-ethnografische Lehrmaterialien zum itelmenischen Sprachunterricht“ 1996, 2. Aufl. 2012) und als multimediale CD-ROM (2001) vor. Die Daten wurden im Themenzusammenhang erhoben anhand von Situationen, Gegenständen oder Abbildungen. Das Wörterbuch beinhaltet so auch Begriffe, die das Alltagsleben und die kulturellen Besonderheiten der Itelmenen aufgreifen. Die Sprecher und Sprecherinnen legten besonderen Wert auf ihre lokalen sprachlichen Varietäten, die in Lernmaterialien bislang kaum Beachtung fanden. Die Tonaufnahmen stammen von den folgenden Personen:

Südliches Itelmenisch:
Klavdija N. Chalojmova
(Sopočnoe) *1934
Georgi D. Zaporocki (Morošečnoe, Kovran) *1937
Marija P. Slobodčikova (Chajrjuzovo, Kovran) *1924

Nördliches Itelmenisch:

Ljudmila E. Pravdošina (Sedanka, Tigil’) * 1938
Nadežda S. Jaganova (Sedanka, Tigil’) *1926
Sergej E. Pritčin (Sedanka) *1948

Die Wiedergabe der Laute orientiert sich an der kyrillischen Verschriftung und greift zusätzlich auf Zeichen des Internationalen Phonetisches Alphabets zurück. Vorangestelltes ᵒ kennzeichnet labialisierte Worte. Die Laute sind nicht immer phonemisch wiedergegeben, gelegentlich sollen Allophone Details der Aussprache verdeutlichen.

Die gesprochenen Formen eines Eintrags unterscheiden sich manchmal hinsichtlich Singular und Plural (meist -eʔn), aber auch durch Diminutiv- (-č(a)χ) oder Augmentativsuffixe (-aj oder -sk’el.). Häufiger anzutreffen sind auch Ableitungen wie Kollektiva auf -al sowie Lokal- (-nom) und Instrumentalnomina (-neŋ).